Über mich

Hier bin ich. Ich heisse Elisabeth. Es ist in vielfältiger Weise ein Wunder, dass ich hier bin und diese Worte schreibe. Nie hätte ich gedacht, dass ich so etwas tun würde. Ich? Ja, ich.

Über mein Gesicht rieselt ein Lächeln, wenn ich mir vorstelle, dass auch Du ein solches Ich bist. Ein Wunder, ein Lichtstrahl der ewigen Sonne – und immer voller Überraschungen.

Als ich, kleines Mädchen damals, unternehmungslustig die Welt zu erobern anfing, wusste ich, dass das Leben überall ist, in den Dingen, hinter den Dingen, in mir, um mich herum. Ich wusste das nicht im Kopf. Ich wusste es in und mit meinem ganzen Sein. Es war einfach so.

Mit dem Älterwerden verblasste diese Gewissheit. Es wurde dunkler, anstrengend, schwierig. Es fühlte sich so an, als gingen, schleichend, überall die Lichter aus. Es dauerte, bis ich zu erkennen anfing, dass ich die Fensterläden geschlossen hatte, dass ich mauerte und mich zurechtstutzte, um zu genügen, um zu erfüllen, was man und vor allem längst ich selbst von mir erwartete.

Immer wieder meldete sich ein Gefühl, eine Gewissheit, dass unter den vielen Oberflächen noch etwas sein musste, etwas Wahres. Ich wusste es und wusste es doch nicht. Ich bekam es nicht zu fassen. Es war zum Verrücktwerden.

Eines Tages gebot mir meine innere Stimme alle meine Zeugnisse – eine beachtliche Sammlung – zu verbrennen. Ich gehorchte. Es war der erschütternde Sprung von den Klippen ins eisige Wasser. Ich schnappte nach Luft, schlug wild um mich, tauchte unter, wieder auf, unter, auf – ein unglaubliches, ein beängstigendes Gezappel. So lernte ich meine Kräfte und Begabungen kennen und zunehmend mehr darüber, wer ich wirklich bin. Ich wurde mir meiner selbst bewusst. Ich erlebte auch, dass das Wasser trägt und umso besser trägt, je zentrierter ich lebe. Menschen, Tiere, Pflanzen, Steine und viele andere Präsenzen haben mich Schwimmen, haben mich Leben gelehrt. Und ich lerne weiterhin täglich in dieser erstaunlichen Erdenschule.

Hier bin ich, Elisabeth, um andere Menschen zu ermutigen und zu unterstützen dahin zu reisen, wo jedes Ich zuhause ist, nach Innen.